Ankommen zwischen Geräuschen

17. Januar 2026 · Unterwegs

Wir kommen am späten Nachmittag an.

Die Luft ist warm, schwer, fast träge. Nichts wirkt eilig – außer wir selbst.

Der Weg vom Bahnhof bis zur Unterkunft ist kürzer als gedacht. Und doch bleibt er hängen. Stimmen, die wir nicht verstehen. Motoren, die zu nah vorbeiziehen. Ein Geruch nach Staub, Gewürzen und etwas Unbestimmtem, das wir nicht einordnen können.

Wir bleiben öfter stehen als nötig.

Nicht aus Orientierungslosigkeit, sondern weil es gut tut, kurz nichts zu müssen.

Im Innenhof unserer Unterkunft ist es plötzlich still. Kein vollständiges Schweigen, eher ein gedämpftes Atmen der Stadt. Ein Ventilator dreht sich langsam, irgendwo klappert Geschirr. Wir setzen uns, ohne etwas zu sagen.

Reisen beginnt für uns nicht mit Sehenswürdigkeiten.

Es beginnt mit diesem Moment:

wenn der Körper merkt, dass er woanders ist – und der Kopf noch hinterherkommt.

Später werden wir hinausgehen.

Jetzt bleiben wir noch.